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Donnerstag, 11. Dezember 2014

Perfectly Incomplete

Ich versuche alles richtig zu machen. Alle Aufgaben zu lösen. Alle Ziele zu erreichen. Jedem gerecht zu werden.

Ich hetze. Ich kämpfe. Ich siege. Ich verliere. Ich fliege. Ich falle. Ich lache. Ich weine. Ich tanze. Ich breche zusammen. Ich zerfalle. 

In meinem Leben gibt es so viel. Es gibt mich. Meine Pläne, meine Ziele. Meine eigenen Wünsche, Vorstellungen und Erwartungen.
Es gibt dich. Deine Pläne, deine Ziele. Deine Wünsche, Vorstellungen und Erwartungen. 
Es gibt meine Eltern und ihre Erwartungen. 
Meine Familie.
Meine Freunde.
Du und ich. 
All die Erwartungen stapeln sich immer höher. Die Ziele scheinen unerreichbar für mich. Ich stehe vor einem Berg. Den ich nicht erklimmen kann. Ich stehe davor und habe das Gefühl, erdrückt zu werden. Ich habe das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen. Ich habe das Gefühl, in Stücke zu zerbrechen.
Unter all der Last.
Dem Druck.
Den Wünschen
und Plänen
und Erwartungen von mir.
Und euch. 

Ich lächle. Und sage, dass alles in Ordnung ist. Weil ihr es nicht verstehen würdet. Ihr wisst nicht, wie es in mir aussieht. Was ich denke. Was ich fühle. Wie es ist, wenn man den Glauben an sich selbst verliert. 

Ich tanze. Obwohl ich lieber unter der Bettdecke verschwinden würde um zu heulen. 

Ich tue so, als wäre würde es mich nicht stören. Die Sätze. Die Worte. Die Blicke. Die Vorwürfe. Ich gebe mein Bestes. Aber das ist nie genug. Ich versuche verzweifelt, alles von mir zu geben. Aber es ist nie genug. Und immer mehr Erwartungen. Immer mehr Steine, die sich mir in den Weg legen. Der Berg vor mir wird immer größer. Immer schwerer. Immer erdrückender. 

Ich bin nur ich. Ich kann nur ich sein. Ich bin nicht mehr als ein Mensch. Ein kleiner Mensch mit großen Hoffnungen, großen Wünschen, großen Zielen und kleinen Möglichkeiten. Ich kann nicht alles schaffen. 

I can fake a smile
I can force a laugh
I can dance and play the part
if that´s what you ask.
Give you all I am.

I can do it.

But I´m only human
And I bleed when I fall down.
I´m only human
And I crash and I break down.
Your words in my head,
knives in my heart
You build me up and then I fall apart
Cause I´m only human. 

I can turn it on.
Be a good machine.
I can hold the weight of worlds.
If that´s what you need
be your everything.

I can do it.
I´ll get through it.

I can take so much
until I´ve had enough.

Cause I´m only human.

Christina Perri - Human


Ich bin nicht perfekt. Und ich werde es nie sein. Und das ist gut so. Ich stolpere. Ich falle. Ich weine. Und nicht immer stehe ich gleich wieder auf oder trockne sofort meine Tränen. Manchmal lasse ich es einfach zu. Manchmal will ich einfach nur schwach sein. 
Ich arbeite an mir. 
Aber ich habe nicht mehr den Anspruch, perfekt zu sein. 

Ich habe gelernt, dass ich das nie sein werde. 

Ich tanze gerne. Und wenn ich wütend bin, dann boxe ich. Aber jeden anderen Sport finde ich furchtbar. Muss ich joggen, nur weil alle anderen es tun? 
Ich hasse Mathe. Allein der Gedanke daran macht mir Angst. Kopfrechnen fällt mir schwer und die einfachsten Matheaufgaben lösen einen kalten Schauer auf meinem Rücken aus. 
Ich esse und trinke alles, was süß ist. Ich liebe Zucker und ich brauche Zucker. Cola, Schokolade, Kekse, Süßspeisen, Pfannkuchen, Crêpes, Waffeln... Ich weiß, dass das ungesund ist, aber ich liebe es.
Ich bin verträumt und könnte den ganzen Tag in meiner eigenen Fantasie-Welt verbringen. 

Muss ich damit aufhören, weil alle von mir Perfektion erwarten? Höchste Konzentration? Keine Zeit mehr für Träumereien? Weil die heutige Welt doch so schnelllebig ist? 

Nein. 

Ich lasse mich nicht mehr verbiegen. Ich bin wer ich bin. Ich bin nicht perfekt und ich werde es nie sein. 

Und deswegen möchte ich der Gesellschaft da draußen eines sagen:

Ich werde weiter tanzen und boxen. Einfach wild im Zimmer herumhüpfend mit lauter Musik und irren Grimassen. Ihr werdet mich nicht im Wald joggend vorfinden, nur weil andere es für besser erachten.

Ich werde weiterhin Mathe hassen. Und ich werde es nie lernen. Mathe ist eine Qual für mich und wird es für immer sein. Dafür macht mir niemand so schnell etwas vor, wenn es um Geschichten geht. Oder Rechtschreibung. Als Kind konnte ich Geschichten erfinden, mit denen man ganze Bücher hätte füllen können. Und das kann ich bis heute. Meine Fantasie ist grenzenlos. Und das werde ich nicht aufgeben, weil ihr Mathe für sinnvoller haltet.

Ich werde weiterhin Zucker essen. Ich lasse mir nicht meine Cola verbieten, nur weil sie ungesund ist. Ich ernähre mich nicht plötzlich nur noch von Gemüse, nur weil es gerade modern ist. 

Ich werde weiterhin träumen. Ihr werdet mich vorfinden, scheinbar in die Leere starrend, mit verträumtem Gesichtsausdruck und einem seltsamem Lächeln auf dem Gesicht. Nur weil ihr da draußen das für Zeitverschwendung haltet werde ich nicht damit aufhören. Denn manchmal ist es einzig und allein meine Fantasiewelt, die mich am Leben hält. Die mich dazu bringt, weiterzumachen. Nicht aufzugeben. Manchmal sind es allein meine Träumereien, die mir Hoffnung geben. Und Kraft. Meine Welt besteht nicht nur aus dieser Realität. Meine Welt besteht aus vielen verschiedenen Welten, die in meinem Kopf existieren. Und die werde ich nicht aufgeben, nur weil ihr es so wollt. 

Ich bin ich.
Vollkommen unperfekt.
Perfectly incomplete. 


I still fall on my face sometimes 
and I can´t color inside the lines
cause I´m perfectly incomplete
I´m still working on my masterpiece 
and I wanna hang with the grades gotta way to go,
but it´s worth the wait, 
no, you haven´t seen the best of me
I´m still working on my masterpiece.

Jessie J - Masterpiece


Und irgendwann werdet auch ihr das akzeptieren müssen. Ich bin ich und ich bin gut so, wie ich bin. Ich bin ein großes Mädchen. Und trotzdem darf ich weinen. Auch mal verzagen. Auch mal verzweifeln. Und auch ich darf mal aufgeben. Ich war schon als Kind das toughe Mädchen. Das sich durchgesetzt hat. Aber keiner von euch hat gesehen, was ich wirklich gefühlt habe. Ich habe jedes eurer Worte gehört. Jedes davon war ein neuer Stich in mein Herz. Ich habe so getan, als würde ich euch nicht hören. Euer Lachen nicht sehen. Nichts sehen. Nichts hören. Nichts sagen. Nichts fühlen. Ich blieb stumm. Lebte für mich allein. In meiner eigenen Welt. Ich habe mir selbst verboten zu weinen. Damit ihr nicht seht, dass auch ich Gefühle habe. Für euch war ich die arrogante, kleine Eisprinzessin. Die nichts und niemanden an sich ran lässt. In Wirklichkeit war ich ein trauriges, kleines Mädchen. Mit zerbrochenem Herzen, angeschlagener Seele, kaputten Träumen. Ich habe nie zugegeben, wenn etwas weh tat. Wenn ich traurig war. Oder wütend. Ich habe nie geweint. Nie gezittert. Hatte nie Angst. Weil ich es nicht zugelassen habe, um nicht schwach zu wirken. Aber wisst ihr was? Ich bin ein großes Mädchen. Und ich darf weinen. Tränen ändern nichts daran, wer ich wirklich bin. Ich bin ein großes Mädchen. Ich bin erwachsen. Aber ich darf weinen. 

I may cry,
ruining my makeup.
Wash away all the things you´ve taken
I don´t care if I don´t look pretty
Big Girls cry when their hearts are breaking
Tough girl
in the fast lane
no time for love
no time for hate
No drama
no time
for games
tough girl
whose soul aches.

Sia - Big Girls cry




Donnerstag, 14. August 2014

Die kleinen Dinge...


Manchmal sind es die kleinen, unscheinbaren Dinge, die für uns am wertvollsten sind. 
Wir müssen nur lernen, sie zu schätzen. 
Sie zu erkennen. 
Sie zu bewahren. 
Wir müssen lernen, dass nicht alles, was glänzt, Gold ist,
sondern dass wir manchmal unter die Oberfläche schauen müssen
um den wahren Wert zu erkennen.





Mittwoch, 13. August 2014

Horizon



Look at the horizon
Tell me, what do you see?

Rain?
The deep, dark see?
All the things you´ve lost?
And the things you´ll never get?

I see the shining sun.
The bright blue sea.
Birds flying across.

Light in every colour.
The most beautiful sunset you can imagine
Red
Orange
Yellow
Purple

I see the rainbow
from blue
to green
to red
so beautiful and wonderful
only rainbows can be


Maybe it´s not exactly what I see
But it´s what I believe I see
And if I believe
I can make it reality

So try on:
Believe
and change the things you can change
Make your dreams come reality.



Freitag, 1. August 2014

Life is Beautiful



Always remember: Life is beautiful

It is full of joy
and laugh
and love.

Full of Fantasy
and dreams
and wishes.

Full of friends
and family
and lovers.

Life is not always easy
And sometimes you get hurt.
But I know, there is someone
who loves me,
who cares for me,
who helps me even in the darkest nights.

My Love:
You make my life more beautiful.

Because of you
I can get out of the nights
full of fear and tears and anger.
Because of you
I can see my life
as what it is:


Wonderful.

And Beautiful


Mittwoch, 16. Juli 2014

[Gedankenkiste] Schönheit

Wer definiert Schönheit? 

Wer sagt uns, ob wir schön sind oder nicht?

Aber vor allem: warum hören wir darauf?

Warum ist es uns so wichtig?


Bin ich nur dann schön, wenn ich lange Beine und lange Haare habe? Volle Lippen und eine schlanke Taille? Lange Wimpern und hohe Wangenknochen? Große Brüste und definierte Oberarme? Wenn ich die teuersten Markenklamotten trage und täglich auf High-Heels balanciere? Wenn meine Nägel perfekt lackiert und meine Haare kunstvoll frisiert sind? Wenn ich mich regelmäßig ins Fitnessstudio schleppe, obwohl ich lieber ganz faul auf dem Sofa liegen würde? 

Ich bin nicht perfekt. Mein rechtes Ohr steht leicht ab und ich finde meine Nase etwas zu groß. Außerdem bin ich total winzig mit meinen 1,53m und meine Füße sind mit Schuhgröße 34 noch winziger. Meine Zähne sind total schief wegen einer missglückten Zahnspangen-Behandlung. Ich habe schmale Lippen und total krumme Finger. Außerdem rede ich viel zu schnell und bin oft viel zu aufgedreht um noch normal zu wirken. Ich liebe tanzen, aber ich hasse jedwede andere Sportart. Ich bin manchmal faul und unordentlich. Ich bin im einen Moment überdreht und im nächsten unglaublich traurig. Und ich liebe es, ungeschminkt und unfrisiert aus dem Haus zu gehen. Spart Zeit und Geld und Nerven. 

Ich bin nicht perfekt.

Aber wer ist das schon?

Niemand.

Und ich bin froh darüber. Ich möchte nicht perfekt sein, denn wenn wir alle perfekt wären: Was würde uns unterscheiden? Wir wären nicht mehr individuell. Wir wären eins. Das gleiche. Diesselben. Und genau das macht uns doch so einzigartig: unsere unperfekten Perfektheiten

Ich bin klein - und mittlerweile liebe ich es. Dann bin ich eben "Die Kleine" und "Die Süße", denn hey, das bin ICH, nur ich. Die zum Knuddeln und süß-finden. Und alle empörten Ausrufe meinerseits à la: "Ich bin nicht süß!!!" haben sowieso nichts gebracht, also habe ich mich damit abgefunden. Ich kann High-Heels anziehen ohne je Angst haben zu müssen, dass ich dann größer bin als mein Freund. Ich könnte eine Punk-Frisur haben, und niemand würde sich im Kino beschweren, dass er deswegen nichts mehr sehen kann. Ich kann große Leute fragen, ob sie mir was aus den Regalen holen, selbst dann, wenn ich selbst einfach nur zu faul bin um mich zu strecken. Ich kann mich überall durchschlängeln ohne dass ich überhaupt bemerkt werde. Ich kann mich unsichtbar machen, wenn ich will. Und wenn ich übersehen und überrannt werde fahre ich eben die Ellenbogen aus.     

Meine Zähne sind schräg und auch nicht perfekt weiß - whatever? Mein Lächeln ist nicht perfekt, aber es ist echt. Natürlich. Es ist meins. 

Ich bin manchmal faul - und ich liebe diese Momente. Einfach nur faul dasitzen, tagträumen, nichts tun. Nicht an das morgen denken oder das übermorgen oder an alles, was noch zu erledigen ist. Einfach nur den Augenblick genießen, ganz ohne Verpflichtungen. Träumen. Genießen.

Ich bin manchmal unordentlich - na und? 

Und ja, ich bin nicht immer perfekt geschminkt, perfekt frisiert und gestylt und perfekt angezogen. Ich gehe ohne Schminke aus dem Haus, wenn ich will. Und meine Haar sind meistens einmal kurz gekämmt und mehr nicht. Ich ziehe an, auf was ich Lust habe und was ich ihm Schrank habe. Und manchmal komme ich aus der Uni heim, schaue in den Spiegel und denke mir: "Ach du meine Güte, SO warst du heute in der Öffentlichkeit?" Verstruppelte Haare. Verblasster Lippenstift. Ungebügeltes Top. 

Ich kann über mich selbst lachen. Und ich kann mich selbst lieben. Mit Make-Up und ohne Make-Up. Mit hübschem Kleid und in Gammelklamotten. Mit Hochsteckfrisur oder mit einfachem Pferdeschwanz. Oder ungekämmten Haaren. Denn das was mich ausmacht, ist nicht meine Frisur. Oder Kosmetik. Oder Kleidung. Sondern ich selbst. Mein Charakter. Mein Gesamtbild. Das macht mich schön. Nicht perfekt. Aber schön. 

Vor ein paar Tagen sind mir mehrere Aktionen aufgefallen, die ich hier erwähnen möchte. Zum einen dieses einfach nur UNGLAUBLICHE und wundervolle Video einer jungen, wunderschönen, mutigen und unglaublich starken Frau:


Schaut es euch einfach an. Diese Stärke ist unbeschreiblich und bewundernswert. Mir fehlen die Worte.

Das andere ist wieder ein Video, dieses Mal ein Musikvideo von Colbie Caillat namens Try. Um es kurz zu erklären: Stück für Stück schminken sich die Frauen in diesem Video ab bis sie in ihrer vollkommenen Natürlichkeit in die Kamera sehen. Aber am besten, ihr schaut es euch einfach selbst an: Den Text findet ihr direkt darunter.

http://vimeo.com/100162709

 Colbie Caillat "Try" from Rhet Bear on Vimeo.




Put your make-up on
Get your nails done
Curl your hair
run the extra mile
keep it slim so they like you,
do they like you?

Get your sexy on
donn´t be shy, girl
take it off
this is what you want, to belong
so they like you
do they like you?

You don´t have to try so hard
You don´t have to give it all away
You just have to get up, get up, get up
You don´t have to change a single thing.

You don´t have to try, try, try, try

Get your shopping on, at the mall,
max your credit cards
You don´t have to choose, buy it all
so they like you
do they like you?

Wait a second,
why should you care, what they think of you?
When you´re all alone, by yourself
do you like you?
do you like you?

You don´t have to try so hard
You don´t have to give it all away
You just have to get up, get up, get up
You don´t have to change a single thing

You don´t have to try so hard
You don´t have to bend until you break
You just have to get up, get up, get up
Yo don´t have to change a single thing.

You don´t have to try, try, try, try

Take your make-up off
let your hair down
take a breath
look into the mirror, at yourself
Don´t you like you?
Cause I like you!


Ich glaube, ich muss gar nicht mehr viel dazu ergänzen. Ich finde dieses Video unglaublich. Nachdem ich dieses Lied gehört habe, musste ich es mir sofort kaufen. Das Lied selbst kostet bei Amazon 1,29€, das Album Gypsy Heart Side A mit insgesamt 5 Titeln kostet augenblicklich 2,49€ (als Download). Ihr findet es hier (klick!). 

Und last but not least: Die Kampagne #StopTheBeautyMadness. Sie will gegen die Schönheitsideale ankämpfen und dafür sorgen, dass Frauen und Männer sich schön finden, so wie sie sind. Dass alles schön sein kann. Eine krumme Nase, ein paar Kilos zu viel, ein paar Kilos zu wenig. Lange Haare, kurze Haare. Groß oder klein. Alles ist schön, weil alles individuell ist. Einzigartig. Etwas Besonderes. Weitere Informationen findet ihr auf der Homepage (klick!) und der Facebookseite (klick!)


Weitere Werbeplakate der Kampagne findet ihr am Ende des Posts.


Ich liebe es, mich zu schminken. Immerhin habe ich einen Beauty- und Fashionblog und ich probiere gerne neue Kosmetik aus. Und mich chic zu machen gefällt mir ebenfalls. Aber - und jetzt kommt ein ganz großes ABER - ich habe nicht das Gefühl, dass ich das machen MUSS. Wenn ich mich Schminken möchte, dann schminke ich mich. Wenn ich High-Heels anziehen will, dann ziehe ich welche an. Wenn ich meine Haare aufwendig stylen möchte, dann mach ich das. Aber ich mache das für mich, weil ich es möchte und nicht weil ich das Gefühl habe, dass ich es tun muss. Wenn ich keine Lust habe, mich zu schminken, dann lasse ich es. Wenn ich bequeme Klamotten in die Uni anziehen will, dann mach ich das. Wenn ich meine Haare ganz langweilig tragen will, dann mach ich das. 

Ich habe lange gebraucht, um an diesen Punkt zu kommen. 

Als Jugendliche habe ich mit 14 mal kurz angefangen mich zu schminken. Bisschen Mascara, bisschen Lippenstift. Mehr nicht. Foundation, Puder oder Rouge habe ich noch nicht einmal besessen. Ich wollte dazugehören. Ich war klein und unscheinbar und deswegen wurde ich entweder ignoriert oder gemobbt. Aber keiner hat mich je wirklich beachtet, außer wenn er mich ärgern wollte. Und meine Reaktion darauf war, dass ich mich anpassen wollte. Also musste ich ja irgendwie so aussehen wie die Models und Schauspielerinnen, oder? Ich fing an mich zu schminken und ich fing an, abzunehmen. Und das obwohl ich bereits sehr wenig wog und am untersten Limit des BMI zum Normalgewicht pendelte. Ich nahm immer mehr ab, bis ich irgendwann nur noch knapp über 30kg wog. Und weswegen? Einfach nur, weil ich das Gefühl hatte, dass ich nicht ich selbst sein konnte. Nicht ich selbst sein durfte. Ich habe rechtzeitig die Kurve gegriegt. Knapp, aber ich habe es da raus geschafft. Alleine. 
Und irgendwann wurde mir auch das Schminken zu blöd. Ich hatte keine Lust, früher aufzustehen, nur um mich zu schminken, also habe ich es ganz gelassen. Mit 16 habe ich mich also nicht mehr geschminkt und das blieb so bis ich 20 war. In dieser Zeit habe ich mich nur zu ganz besonderen Anlässen ein bisschen geschminkt. Zu den Abschlussbällen meiner Tanzschule und ähnlichem. Aber nicht im Alltag und auch nicht abends zum feiern. Mit 20 oder 21 habe ich dann doch wieder angefangen mich zu schminken. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass ich das müsste. In dieser Zeit habe ich mich nicht wohl gefühlt in meiner Haut. Ich wollte mich verändern. Ich weiß nicht warum. Mein Freund hat mich damals ungeschminkt kennengelernt. Er liebt mich ungeschminkt und er sagt mir das auch regelmäßig. Aber dennoch hatte ich irgendwie das Gefühl, dass das nicht reicht. Dass das doch irgendwie nicht normal ist. Dann kam eine Zeit von ca. 1,5 Jahren, in denen ich mich absolut immer geschminkt habe. Täglich. Egal für was und wann. In dieser Zeit habe ich auch diesen Blog gegründet. Weil ich dann für mich selbst eine Begründung hatte. Eine Rechtfertigung, warum ich mir plötzlich Kosmetik kaufe und mich andauernd schminke. Idiotisch, ich weiß. 

Aber irgendwann, vor einigen Monaten ist mir wieder klar geworden, wie idiotisch das ist. Und ich habe wieder angefangen, auch ungeschminkt aus dem Haus zu gehen. Und plötzlich fühle ich mich wieder wohler. Ich mag mich wieder, wenn ich in den Spiegel schaue. Meistens jedenfalls. Ich denke, jeder hat irgendwann Selbstzweifel und irgendetwas an sich, was er nicht mag. Die Kunst ist nur, sich davon nicht verunsichern zu lassen, sondern es zu akzeptieren. Man muss nicht jeden Tag in den Spiegel schauen und sagen: "Ich bin schön." Es kann auch Tage geben, an denen man sagt: "Huch?!" oder "Oh je!" Das ist okay so. Das ist normal. Das ist menschlich. Es ist nur wichtig, dass die Tage überwiegen, an denen man zufrieden mit sich ist. An denen man sich schön findet. An denen man sich selbst liebt

Selbstbewusstsein ist etwas, was man erlernen kann. Es ist hart, es ist schwierig und steinig. Man erleidet Rückschläge und manchmal kommt es einem vor, als hätte alles keinen Zweck. Aber man kann es schaffen. Lasst euch nicht unterkriegen. Lasst euch nicht vorschreiben, wie ihr zu sein habt. Entscheidet selbst, wie ihr sein wollt. Entscheidet selbst, was ihr als schön empfindet. 
Es ist nicht wichtig, ob andere euch schön finden, ob andere euch mögen.
Wichtig ist, dass ihr euch selbst schön findet und euch selbst mögt!
Und irgendwann antwortet auch ihr vielleicht mit "ja".

Do you like you?

Yes!