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Dienstag, 17. Oktober 2017

#MeToo

#MeToo - ein Hashtag, der die letzten Tage Twitter und andere sozialen Netzwerke beherrscht und einmal mehr auf sexuelle Belästigungen aufmerksam macht. Es ist erstaunlich, oder vielmehr zutiefst erschreckend, wie viele Frauen - aber auch Männer - sich unter diesem Hashtag öffnen und von den Belästigungen erzählen, denen sie ausgesetzt sind. Und noch erschreckender ist, wie alltäglich das mittlerweile für uns geworden ist. 
Und sicher - die Grenzen zu erkennen, ist nicht immer einfach. Jeder Mensch definiert sexuelle Belästigung anders, aber spätestens bei einem "Nein" sind die Grenzen mehr als offensichtlich. Sollten sie zumindest sein, doch der Hashtag zeigt, dass dem absolut nicht ist. Und genau deswegen ist es weiterhin so wichtig, dass wir uns öffnen und über unsere Erfahrungen sprechen, in denen wir sexuell belästigt wurden. Wir alle - egal ob Junge oder Mädchen, Mann oder Frau - sollten darüber sprechen, um vielleicht dafür zu sorgen, dass andere für dieses Thema sensibilisiert werden und um hoffentlich etwas zu verändern. Vielleicht wird es irgendwann weniger Menschen geben, die einfach nur wegsehen und die Augen verschließen. Vielleicht wird es irgendwann auch endlich nicht mehr als "harmloser Flirt", als Kavaliersdelikt, abgetan, wenn man einen anderen Menschen belästigt. 

Die ersten Erfahrungen mit sexueller Belästigung machte ich in der ersten Schulklasse mit sechs Jahren. Ich freute mich auf die Schule, war wissbegierig, neugierig und motiviert. Wer mich kennt weiß, dass ich sehr klein bin - und das war ich schon immer. So klein, dass mich alle für ein Kindergartenkind hielten. Meine Lehrerin meinte es gut und bestellte einen extra kleinen Tisch und extra kleine Stühle für mich. Und damit fing die Hölle an. Nicht nur, dass sie damit augenscheinlich ein blinkendes Ausrufezeichen über mir aufhängte, das allen lautstark verkündete: "Seht her, die ist anders als ihr alle!" und damit die Tür zum Mobbing erst aufstieß, es hatte auch noch andere Auswirkungen. Denn es gab einen Mitschüler, der fast so klein war wie ich, und der daraufhin neben mir saß. Eigentlich nicht so schlimm, könnte man denken. Außer dass alle neben ihren Freunden und Freundinnen sitzen durften, nur ich nicht. Und vor allem, dass dieser Mitschüler mir ununterbrochen Liebesbriefe schrieb und regelmäßig versuchte, mich auf den Mund zu küssen und es manchmal auch schaffte. Ein "Nein" konnte das nicht beenden und damals habe ich mich auch nicht getraut, ihm kräftig ins Gesicht zu schlagen. Ich fühlte mich wehrlos und hilflos. Doch das schlimmste war: die Lehrerin wusste das und hat nichts getan. Sie wusste, dass ich nicht neben ihm sitzen wollte, weil er mir Briefchen schrieb und mich küsste. Sie wusste, dass ich mich unwohl neben ihm fühlte. Doch sie tat es mit einem Lächeln ab und sagte: "Ich habe den Tisch und die Stühle jetzt extra für dich gekauft, da musst du jetzt durch." Ich war sechs Jahre alt, verdammt noch mal, und hätte Hilfe gebraucht, weil ich mich alleine einfach überfordert gefühlt habe! Und da wurde mir zum ersten Mal klar, wie sehr man im Stich gelassen werden konnte. Und dass man für sich selbst kämpfen muss, wenn man etwas erreichen will, weil man sonst enttäuscht wird. Irgendwann fasste ich den Mut, mich gegen diese Lehrerin zu stellen und setzte mich demonstrativ in die letzte Reihe - so weit weg von besagtem Mitschüler, wie es nur ging. Die Lehrerin war fuchsteufelswild und stinksauer, aber ich habe mich geweigert, je wieder zurück an diesen Tisch zu gehen. Seitdem habe ich Probleme damit, in der ersten Reihe zu sitzen. Selbst heute, viele, viele Jahre nach meinem ersten Schuljahr, sitze ich in der Uni am liebsten ganz hinten. Die erste Reihe bereitet mir Unbehagen. Selbst nach all der Zeit. Diese erste Erfahrung mit sexueller Belästigung - und mit dem Im-Stich-gelassen-werden - sitzt bis heute tief und überschattet meine gesamte Schulzeit. Nein. Eigentlich mein ganzes Leben. Denn so etwas vergisst man nie.  


Eine weitere Erfahrung ähnlicher Art hatte ich ebenfalls in der Schule, doch nicht mehr von einem Mitschüler, sondern von einem Lehrer. Ein Lehrer, der Mädchen Schlampen nannte oder andere Schimpfwörter nutzte, um uns einzuschüchtern. Immer so, dass es niemand anderes mitbekam. So, dass das Wort Schüler gegen Lehrer stand und es war klar, wem man Glauben schenkte. Wir baten mehrmals um Hilfe bei anderen Lehrern und unseren Eltern, doch letztlich war es die gesamte Klasse, die streikte, die etwas verändern konnte. Wir drohten damit, kollektiv durch die Matheprüfung durchzufallen und brachten unsere Eltern dazu, massenweise Briefe an die Schule zu schreiben. Wir schafften es: unser Mathelehrer war nicht mehr unser Mathelehrer. Und damit wurde alles noch sehr viel schlimmer, denn ab da war er unser Sportlehrer. Ein Sportlehrer, der ausschließlich uns Mädchen unterrichtete und der sich grundsätzlich solche Aufgaben ausdachte, bei dem wir seine tatkräftige Unterstützung brauchten. So hatte er eine gute Entschuldigung, uns anzugrabschen. Hier eine Hand an unserer Hüfte, auf unserem Bein, unserem Po - und dazu immer dieses anzügliche Grinsen und die leisen Worte: "Ich will dir ja nur helfen...". Und wieder einmal wurde mir bewusst, wie wehrlos man sich fühlen kann. Keiner von uns hatte Beweise. Keiner von uns traute sich, darüber zu reden. Jeder von uns schwieg, weil er Angst hatte. In jedem unserer Köpfe kreisten dieselben Gedanken: "Ich bin doch nur eine Schülerin, nur ein Kind, wer würde mir schon glauben? Wer würde meinem Wort mehr Gewicht verleihen als dem eines Lehrers?" Und so schwiegen wir alle. Bis heute weiß ich nicht, wie viele von uns es getroffen hat. Ich weiß nicht, wie viele von uns er begrabscht und beschimpft hat. Ich weiß nicht, wie viele von uns dieselbe Angst hatten wie ich. Ich weiß nur, dass ich nicht die Einzige war. Jahre später erfuhr ich, dass der Lehrer an eine andere Schule strafversetzt wurde - an eine andere Schule mit anderen Mädchen, bei denen er dann dasselbe abziehen konnte, wie bei uns. Und ebenfalls Jahre später erfuhr ich, dass er auch an unsere Schule strafversetzt wurde, weil er dort Mädchen belästigt hatte. Bis heute frage ich mich, wie so etwas sein kann. Wie man einen Lehrer schützen kann, der so etwas tut. Wie man ihn versetzen kann, wenn man doch weiß, dass er dasselbe immer und immer wieder tut. Und bis heute ärgere ich mich darüber, dass ich damals nicht stärker war, mutiger und lauter. Ich hätte mich mehr wehren sollen, hätte kämpfen sollen, doch so etwas lernt man nicht. Besonders nicht als Mädchen. Denn immer wieder heißt es doch: "Sei ein braves Kind." "Man schlägt andere Kinder nicht." "Man löst Probleme durch Reden, nicht durch Gewalt." oder "Du bist so ein braves Mädchen, du machst nie irgendwelchen Ärger. Das bleibt doch so, nicht wahr?" Ich hatte damals nicht das Gefühl, dass ich etwas hätte ändern können. Und eigentlich sollte ich auch nicht mir die Vorwürfe machen, dass ich nicht stark genug wahr, um mich zu wehren. Ich sollte dem Mann Vorwürfe machen, der mir das angetan hat. Und der Schulrektorin, die genau wusste, aus welchem Grund dieser Lehrer zu uns strafversetzt wurde und die ihn dennoch Sport bei Mädchen unterrichten ließ. Ich sollte den Menschen Vorwürfe machen, die etwas hätten tun können, die es verhindern hätten können und die es wussten, aber nur stumm zugeschaut haben. Diese Menschen haben meine Vorwürfe verdient, nicht ich und auch nicht die anderen Mädchen aus meiner Klasse, die dasselbe erlebt haben. Wir sind nicht das Problem. Die Menschen, die so etwas tun sind das Problem, ebenso diejenigen, die einfach nur stumm zusehen und nichts tun. 


Bis dato wurde ich nur immer und immer wieder von erwachsenen Bezugspersonen enttäuscht, die nichts taten und ich selbst hatte zu viel Angst, es meinen Eltern oder der Polizei zu erzählen. Ich war 14, mitten in der Pubertät, mitten dabei, mich irgendwie selbst zu finden und mich im Dschungel des Lebens zurecht zu finden, und jeden Tag hörten wir dasselbe: Dass wir das Problem sind. Weil wir Mädchen sind. Und Röcke tragen. Bauchfrei war damals in. Und Miniröcke auch. Und ja, ich trug diese Kleidung auch gerne. Weil sie mir gefiel, nicht weil ich damit Jungs beeindrucken wollte. Ich wollte ausprobieren, um meinen eigenen Stil zu finden. Um mich selbst zu finden, in all dem Chaos. Es wurden Regeln aufgestellt. Wer Röcke trug oder zu knappe Shirts wurde heimgeschickt. Oder musste XXXL-T-Shirts tragen. Die Begründung? "Mädchen lenken mit ihrer Kleidung und ihrem Benehmen Mitschüler und männliche Kollegen ab." Männliche Kollegen!!!! Es ging nicht einmal nur um die ebenfalls pubertierenden Jungs, die ein Auge auf uns geworfen haben, nein! Es ging um die verfluchten männlichen Lehrer, die sich selbst nicht in Zaum halten konnten! Ich meine: gehts noch???? Lehrer sind Autoritätspersonen, man sollte ihnen vertrauen können und sie sollten sich selbst im Griff haben. Wie soll man jemandem trauen, wenn man nie weiß, ob er einem wirklich zuhört oder doch nur in den Ausschnitt glotzt? Was dagegen gemacht wurde, dass die "Mitschüler und männlichen Kollegen" schmutzige Gedanken hatten und uns möglicherweise belästigen würden? Nichts. Absolut nichts. Wir Mädchen wurden zum Problem stilisiert, ganz nach dem Motto: "Wer so rumläuft, hat es nicht anders verdient." Victims Blaming vom Feinsten. Und das von der Schulleitung persönlich. Herzlichen Dank auch. 


Etwa zwei Jahre später arbeitete ich in einer Tanzschule als Tanzlehrerin. Ich unterrichtete Jugendliche und Erwachsene im Paartanz und wurde gerade von den jüngeren Schülern als Ansprechpartner wahrgenommen. Eine Arbeit, die mir unglaublich Spaß machte - und mir bis heute viel Freude bereitet -, Kollegen, die zu guten Freunden wurden und ein Job, der mir neues Selbstbewusstsein gab und mir half, aus meiner Magersucht zu entkommen. Doch auch da gab es diesen einen Mann. Älter, verheiratet, Halbglatze, der einen unserer Kurse besuchte. Und er hatte einen Narren an uns weiblichen Tanzlehrerinnen gefressen, was er tatkräftig mit Berührungen bekundete. Und da erfuhr ich zum ersten Mal, was es heißt, wirklich unterstützt zu werden, denn in der Sekunde, in der unsere männlichen Kollegen davon erfuhren, setzten sie alles daran, das zu ändern. Auf eine Anzeige wurde - auch auf unseren Wunsch hin - verzichtet, aber der Mann erhielt Hausverbot und wir sahen ihn nie wieder. Bis heute bin ich meinen ehemaligen Kollegen so sehr dankbar, wie sie damals reagiert haben. Auch wenn ich heute keinen Kontakt mehr zu ihnen habe: das werde ich ihnen niemals vergessen! Sie haben mir gezeigt, dass es auch anders ausgehen kann. Man hat uns geglaubt und man hat etwas dagegen getan. Man hat uns beschützt, als wir es selbst nicht konnten. Erst viel später wurde mir klar, wie viel mir das bedeutet hat - und wie sehr ich mir gewünscht hätte, dass es die anderen Male auch so gewesen wäre. Doch seitdem bin ich offener und selbstbewusster. Ich lasse zu, was ich zulassen will und bin bestimmter, wenn ich es nicht will, doch immer funktioniert das auch nicht. Viel zu oft ist man einfach gelähmt vor Schreck und Unbehagen. Man fühlt sich unwohl, doch man weiß nicht, was man tun kann. Vielleicht ist es ja nicht so gemeint? Wenn ich jetzt etwas sage, bin ich die totale Memme, man sieht mich als prüde an! Ich mag den Kerl, aber ich will das nicht, was er da gerade tut, aber wenn ich jetzt etwas sage, ist es bestimmt für immer vorbei und ich mag ihn ja eigentlich...   Wie sehr ich mich über diese Gedanken ärgere! Doch das tue ich immer erst im Nachhinein, denn in diesem Moment fällt mir nichts passendes ein. Mir fällt nicht ein, was ich dagegen tun könnte. Mir fällt nicht ein, dass ich einfach sagen sollte, dass ich das nicht will und dass Männer, die das nicht akzeptieren können, sowieso Vollidioten sind, mit denen ich nichts zu tun haben sollte. Letztendlich habe ich also noch verdammt viel zu lernen und ich hoffe, dass in Zukunft immer jemand da sein wird, der mir glaubt, der mir vertraut und mir hilft, wenn ich Hilfe brauche. Denn manchmal schafft man es alleine einfach nicht. 


Pfiffe, anzügliche Kommentare zu meinem Aussehen oder Blicke, die mich von oben bis unten abtasten, kenne ich zu genüge. Und das alles nervt. Und gleichzeitig ist es erschreckend, wie sehr ich mich bereits daran gewöhnt habe. Weil es bereits Teil des alltäglichen Lebens geworden ist. Und das sollte es nicht sein. Es sollte nicht alltäglich sein, sexuell belästigt zu werden. Und genau deswegen schreibe ich das alles hier. Weil ich will, dass man unsere Geschichten hört! Weil ich will, dass wir es endlich aussprechen dürfen! Und dass man uns endlich ernst nimmt und sich in der Gesellschaft endlich etwas ändert. Victims Blaming ist so verbreitet und wird irgendwie gesellschaftlich akzeptiert - Medien verbreiten es genauso wie Menschen im alltäglich Gespräch. Und das ist furchtbar und sollte endlich enden. Opfer sind nicht selbst schuld, an dem, was ihnen angetan wurde. Die Täter sind es, also lasst uns endlich damit aufhören, die Täter zu schützen und den Opfern selbst die Schuld zu geben und sie allein im Regen stehen zu lassen. 


Ich bin eine Frau, die gerne flirtet und auch gerne mit anderen Gespräche führt. Manchmal bin ich schüchtern und manchmal auch nicht. Manchmal will ich reden und lachen und flirten und manchmal aber auch nicht. Manchmal mag ich Umarmungen, manchmal aber auch nicht. Ich bin ein Mensch und Menschen ändern auch mal ihre Meinung. Nur weil ich gestern mit dir reden wollte, heißt das nicht, dass das heute genauso ist. Ich weiß, dass du keine Gedanken lesen kannst, keiner von uns kann das. Und ich weiß auch, dass es hart ist einen Korb zu bekommen, aber das gehört zum Leben dazu, das muss man auch mal riskieren. Letztlich ist nur eines entscheidend: Nein heißt Nein und das sollte von allen akzeptiert werden. 


Ja, du darfst mich anlächeln, ich lächle ja auch gerne. 

Ja, du darfst auch Hallo sagen und mit mir reden.
Ja, du darfst auch Komplimente machen.
Aber
Nein, du darfst nicht einfach weitermachen, wenn ich "Nein" sagen.
Nein, du darfst mich nicht einfach anfassen oder küssen.
Nein, du darfst mir nicht "Komplimente" machen, die mich nur auf das Eine reduzieren und die ganz gezielt sexuell sind - und wenn ich mich umdrehe, und von dir weggehe, dann heißt das nicht, dass du mir hinterherlaufen und mich - notfalls mit Gewalt - aufhalten sollst.

Nein heißt Nein - und das sollte doch verdammt noch mal nun wirklich nicht so schwer sein, oder? 




Mittwoch, 9. November 2016

[Something To Think About] Thoughts about the US Election

I'm just shocked. 

I mean, 2016 seems to be completely insane, damaged and broken. And I don't even want to start talking about terroristic attacks, wars, murder and the deaths of loved people. I just want to talk about politics. 

First of all, the Austrian nearly voted a racist president. 
Then the Brexit... You go to sleep, thinking everything will be the same the next morning and then you wake up and the UK is no longer part of the European Union and literally everything seems to change. 
The AFD gets more and more votes every time they take part in an election. 
And now the Americans shows us once again that they can even top it and that it always can get worse. Now they have a president, the most powerful man in the world, who says that sexual assault against women is perfectly fine. Who thinks that people with different religion, sexuality or nationality don't have the right to be equal. 
He wants to build a fucking wall. 

Didn't we Germans had this before?
We had a wall. And before that we had a man telling his people that it's not okay to be different. And those were the darkest days of history! 
And I always thought that this history can change people and the way they are thinking but I guess I was wrong. It's completely bullshit. 
People doing the same mistakes over and over again. 

We learned nothing. 

This Election showed us one thing: that everything is possible. Everything. As well the bad things. 
And this makes me thinking about us. In about one year we are the ones voting. And it really scares me to believe that we are going to make the same mistake. 
All electable parties have a real lack on electable candidates. So who should we vote? We have Merkel. And after all these years she's not doing it that bad like everybody seems to think. But I think we need a change. We have had enough of Merkel and we need a different candidate. Because I strongly believe that the hate and anger especially against refugees will just grow on and on if it would be Merkel for another 4 years. But who? What if the AFD presents their candidate? Trump showed us that it even didn't need to be a high qualified candidate. And so many people seem to vote just to make a statement. Just because "Thanks Merkel!" or "The Brexit never will happen! I vote Brexit Yes!". Thanks men. Perfectly done. So women, LGBTs, people with different skin colours and religions voted Trump. And such people as well will vote for the AFD in Germany because they don't seem to think about what that will mean to them. It's like sheeps voting for the wolf to come and eat them. I actually don't know why so many voted for people with such racist and extreme statements. But they do. 

And this scares the hell out of me. 

And I look around and nothing is good.

This is not the world I want to live in! Where people get power because they hate Muslims, other religions, different sexuality, who discrimate people with other nationalities. 
People are equal. 
And I want to live in a world where it's perfectly fine to be different. Cause I want to be different! I don't want to be like everybody else just because... 
I want to be different, because that's me. And I want to live in a world that respects that. But the way the humans now choosed to go is definitely not the way which leads us to this. And this scares me. 

And all those women and as well men fought so hard so we can have the rights we have now, they would be completely torn apart and shocked, because they gave up everything! The gave up their lives, they fought so hard just because of those rights we are now seem to give up. 

And this is the wrong way. 
This is the wrong world. 

This is not the world I want to live in. 
And we should think about which way we want to go now. 

The way of hate, anger and unequality?
Or the way with equality, friendship and love? Are you willing to fight for this? For the equality and safety of women and men, different religions, sexualities and nationalities?

I know which way I will go. 

Do you?


[Somethin To Think About] Thoughts about the US Election

Donnerstag, 13. Oktober 2016

[Poetry] Hilfe

Ich wünschte, ich könnte dir sagen, wie du mir helfen kannst. Ich wünschte, ich könnte mir selbst sagen, wie ich mir helfen kann. Ich wünschte, ich könnte sagen, was ich brauche. Doch ich kann es nicht. Weil ich es selbst nicht weiß. - Madita Hofmann
Ich wünschte, ich könnte dir sagen, wie du mir helfen kannst. Ich wünschte, ich könnte mir selbst sagen, wie ich mir helfen kann. Ich wünschte, ich könnte sagen, was ich brauche. Doch ich kann es nicht. Weil ich es selbst nicht weiß. - Madita Hofmann

Donnerstag, 29. September 2016

[Poetry] Help

I wish I could tell you how to help me. I wish I could tell myself how to help me. I wish, I could tell myself what I need. But I can´t. Cause I don´t know it either. - Madita Hofmann
I wish I could tell you how to help me. I wish I could tell myself how to help me. I wish, I could tell myself what I need. But I can´t. Cause I don´t know it either. - Madita Hofmann

Donnerstag, 22. September 2016

[Poetry] Stille

Es ist nicht die Stille um mich herum, die mir zu schaffen macht. Es ist die Stille in mir drin, die mich langsam umbringt. - Madita Hofmann
Es ist nicht die Stille um mich herum, die mir zu schaffen macht. Es ist die Stille in mir drin, die mich langsam umbringt. - Madita Hofmann

Sonntag, 18. September 2016

Dienstag, 13. September 2016

[Something To Think About] Open Letter to all the doubters

This one is for all those who say I should have persevere. To all who say it is not that bad. I would overact. Be stupid. 
This is to all who challenge my decision and don´t understand. 
This letter is for you. 

My life is like a dark cloud, capturing me. Sometimes the cloud let me see. See what could have been. See what really is. Until I am again trapped into it. Locked away. Shielded. Captured with yourself. Captured with your own thoughts and feelings. Captured without knowing how to ever escape. A cloud stealing every light. Every hope. The air to breathe. The will to live. The strenght to fight. 

I had two options.

First: Give up. 
The training. The job. Try something new. A new start with the help of medicine and therapy. With the hope that it will somehow go on. That the joy will come back. And I can recover my life. Continue the fight. And maybe even win. A difficult way. Without knowing if it leads to success. And I knew that this way would be hard. But it´s a way where hope still matters somehow. 

And second: Give up.
Simply give up. Let go. Keep the job and hope that this fucking life finally ends. That a racer drives to fast around the corner and kills me. A lunatic with a gun who chooes me as the victim. An illness taking my life. Can not just somebody come and let this end? Please?

A life at abyss. 

More risks every day. Far too close at the departure platform. Where is the kick letting me fall onto it? Ignoring traffic lights. Bridges are now possibilities. Balance on razor´s edge. With the fucking damn wish to fall down. 

I had the choice. Between life and death. And I choosed life! And do you know what the crackbrained is? This choice was really hard to make! Because death would often be the easier way. I did not made this choice airy. I have thought about it really long. Was awake all night. Day a day. Night and night. And the wish that it´ll finally end was always there. And simultaneously there was the wish for life. People I wanted to see growing older. People I could not dissappoint. Books standing unread in my shelves. Ideas in my head that I had not the time to fulfill. 

I want to live. 

And this is why I gave up. 

But I gave up something I could live with. I can get over this. I can make it through this. By living. By fighting. 

I am not weak, because I stopped fighting for something what would have killed me. 

I am not weak.
I am strong.
And brave.
Because I decided to live and fight, although I wanted to die. This fight is so hard. It takes a lot of strenght, courage, bravery and energy to fight. And there are always those days when I don´t know how long I will stand this. Days where I am longing for death. Days where death is like the emergency exit. But I am not taking this exit. I go on, away from this door and fighting through the jungle of life. Through all those thornes, the stining-nettle, the wasps and hornet. I´m fighting on and on, although it hurts me. Although it hurts so bad. 

I fight on. 
For life. 

[Something To Think About] Open Letter to all the doubters

Sonntag, 4. September 2016

[Something To Think About] Offener Brief an alle Zweifler

Das ist an alle, die mir sagen wollen, dass ich doch hätte durchhalten sollen. An alle, die sagen, es wäre doch nicht so schlimm. Ich würde mich nur doof anstellen. 
Das ist an alle, die meine Entscheidung anzweifeln und sie nicht verstehen. Dieser Brief ist für euch. 

Mein Leben gleich einer dunklen Wolke, die mich gefangen hielt. Vereinzelt gab die Wolke den Blick frei. Frei auf das, was war. Frei auf das, was sein könnte. Frei auf das, was wirklich ist. Bevor sie mich wieder einschloss. Wegsperrte. Abschirmte. Gefangen mit sich selbst. Gefangen mit den eigenen Gedanken und Gefühlen. Gefangen, ohne zu wissen, wie man jemals entkommen könnte. Eine Wolke, die einem jedes Licht raubt. Jede Hoffnung. Die Luft zum Atmen. Den Willen zu leben. Die Kraft zum Kämpfen. 

Ich hatte genau zwei Varianten. 

Erstens: Aufgeben. 
Die Ausbildung. Den Job. Etwas neues probieren. Ein Neuanfang mit Hilfe von Tabletten und Therapie. In der Hoffnung, dass es weitergeht. Dass die Freude zurückkehrt. Und ich mein Leben wiederfinde. Den Kampf weiterzuführen. Und vielleicht endlich zu gewinnen. Ein harter Weg. Ohne Gewissheit, ob er zum Ziel führen würde. Ein Weg, von dem ich wusste, dass er schwierig werden würde. Aber auch ein Weg, bei dem die Hoffnung noch eine Rolle spielt. 

Und zweitens: Aufgeben
Einfach aufgeben. Loslassen. Den Job behalten und weiter darauf hoffen, dass dieses Scheißleben endlich ein Ende findet. Dass ein Raser zu schnell um die Ecke fährt und mich umbringt. Ein Irrer mit einer Knarrer, der sich mich als zufälliges Opfer aussucht. Eine Krankheit, die mich dahinrafft. Kann nicht einfach jemand kommen und das beenden? 

Ein Leben am Abgrund. 

Immer mehr Risiko. Zu nahe am Bahnsteig gehen. Wann kommt der Stoß, der mich aufs Gleis fallen lässt? Die Ampeln ignorieren. Brücken wurden zu Möglichkeiten. Balancieren auf Messers Schneide. Mit dem verfluchten Wunsch, endlich abzustürzen. 

Ich hatte also die Wahl. Zwischen Leben und Tod. Und ich habe mich für das Leben entschieden! Und weißt du, was das Bescheuerte daran ist? Diese Entscheidung ist mir verflucht schwer gefallen! Denn oft genug erschien mir der Tod als der leichtere Weg. Ich habe diese Wahl nicht leichtfertig getroffen. Ich habe lange darüber nachgedacht. Ganze Nächte durchwacht. Tag ein, Tag aus. Nacht für Nacht. Und der Wunsch danach, dass es endlich aufhört, war immer da. Und gleichzeitig war da der Wunsch nach Leben. Menschen, die ich aufwachsen sehen wollte. Menschen, die ich nicht enttäuschen konnte. Bücher, die noch ungelesen im Regal stehen. Ideen, die mir im Kopf umherschwirrten und die ich noch nicht umsetzen konnte. 

Ich will leben. 

Deswegen habe ich aufgegeben.

Aber ich habe etwas aufgegeben, mit dem ich leben kann. Das kann ich verkraften. Das kann ich schaffen. Indem ich weiterlebe. Weiterkämpfe. 

Ich bin nicht schwach, weil ich aufgehört habe, um etwas zu kämpfen, was mich letztlich umgebracht hätte. 

Ich bin nicht schwach.
Ich bin stark.
Und mutig.
Weil ich mich dazu entschlossen habe, zu leben und zu kämpfen, obwohl ich doch eigentlich sterben wollte. Und dieser Kampf kostet viel Kraft, Mut und Energie. Und es gibt immer Tage, an denen ich nicht weiß, wie lange ich noch durchhalte. An denen mir der Tod wie der rettende Ausgang erscheint. Doch ich nehme diesen Ausgang nicht. Ich gehe an dieser Türe vorbei und kämpfe mich durch das Dickicht des Lebens. Die Dornen, die Brennnesseln, die Wespen und Hornissen. Ich kämpfe mich durch, obwohl es mich verletzt. Obwohl es so sehr weh tut. 

Ich kämpfe weiter.
Für das Leben. 


Donnerstag, 21. Juli 2016

[Something To Think About] Emptiness

Sometimes I feel empty like I don´t really exist and I don´t really belong. Inside me there is a great silence. Deep and swallowing. And sometimes there are so many emotions I can hardly handle them.
Sometimes I feel empty like I don´t really exist and I don´t really belong. Inside me there is a great silence. Deep and swallowing. And sometimes there are so many emotions I can hardly handle them.

Freitag, 15. Juli 2016

[Something To Think About] #PrayForNice

Ich bin nicht stolz darauf, was Deutschland in der Vergangenheit getan hat. Aber ich bin genauso wenig stolz darauf, dass die Amerikaner Sklaven gehalten haben und dass es bis heute Rassismus gibt. Ich bin nicht stolz darauf, dass die Palästinenser und die Israelis sich gegenseitig töten. Ich bin nicht stolz darauf, dass die Christen durch die Welt ritten und alles abschlachteten, was ihnen in den Weg kam im Namen Gottes. Ich bin nicht stolz darauf, dass Terroristen im Namen Allahs Anschläge gegen Menschen ausüben. Ich bin nicht stolz darauf, dass Männer Frauen vergewaltigen und Eltern ihre Kinder schlagen, missbrauchen oder vernachlässigen. Dass Menschen andere Menschen umbringen. 
Ich bin schlichtweg nicht stolz darauf, ein Mensch zu sein.

Wir halten uns für die intelligenteste Rasse, das höchste Wesen. Wir nennen uns selbst menschlich. Und dann schaltet man die Nachrichten ein.  Und alles was man sieht ist Hass. Tod. Mord.

Wir sehen eine Tierdoku, in der ein Löwe ein Zebra reißt und wir finden es schlimm. So traurig. Das arme Zebra. Und dann sehen wir die Nachrichten, in denen Menschen, Menschen töten. Und wir klicken weg. Ist ja normal so. Kennen wir nicht anders. Dass der Löwe das Zebra tötet, um sich und seine Familie zu versorgen wird vergessen. Dass Menschen Menschen töten, um ihre Gier zu stillen oder ihre Ehre und ihren Stolz zu erhalten und ihre Macht zu festigen, ist egal.

Wenn es irgendwann eine Welt gibt, in der jeder leben kann und jeder leben darf. In der jeder lieben kann, wen er will und leben kann, wie er will. In der man nicht mehr Angst davor haben muss, dass vor der Haustüre die Polizei steht um einem mitzuteilen, dass ein Mensch den man liebt ermordet worden ist. In der man keine Angst mehr haben muss, als Mädchen im falschen Land zu leben.  Eine Welt ohne Hass, ohne Rassismus, ohne Mord und ohne Krieg. Eine Welt, in der alle gleich behandelt werden, egal ob arm oder reich, jung oder alt, männlich oder weiblich, christlich, jüdisch, buddhistisch, muslimisch oder Atheist, hetero oder homosexuell , Inländer oder Ausländer, schwarz oder weiß, dünn oder dick, groß oder klein, brünett oder blond. Eigentlich ist das doch gar nicht so schwer, oder? Und dennoch hört es sich an wie die reinste Utopie. Wunschdenken. Etwas, was ich wohl nie erleben werde.

Wir alle sind Menschen. Wir sind gleich. Was uns unterscheidet, sind unsere Interessen, unsere Charakterzüge, unser Aussehen. Und dennoch sind wir gleich. Wir haben die gleiche Geschichte, dieselben Vorfahren. Und dennoch töten wir uns gegenseitig. Wir hassen uns gegenseitig. Eine riesige Familie, die in über 200.000 Jahren entstanden ist – aber eine Familie, die sich gegenseitig hasst und tötet. Wieso erkennen wir Menschen das nicht? Wieso töten wir weiter? Wieso fangen wir neue Kriege an? Im Namen des Volkes, der Gerechtigkeit oder irgendeines Gottes? 
Wann lernen wir endlich, damit aufzuhören?

Donnerstag, 14. Juli 2016

Freitag, 24. Juni 2016

[Something To Think About] Demons

We have all our demons inside. Some are just bigger than others.
We have all our demons inside. Some are just bigger than others.

[Something To Think About] Ein offener Brief an Ehemännern mit Frauen mit psychischer Erkrankung

Lieber zukünftiger Ehemann,

wer immer du bist, wer immer du sein wirst, da ist etwas, was du über mich wissen musst. 

Ich bin nicht die Person, die ich auf den ersten Blick zu sein scheine. Ich habe verschiedene Gesichter. Verschiedene Persönlichkeiten. Verschiedene Stimmen. 
Es gibt da nicht nur mich.
Ich habe mit so viel mehr zu kämpfen als "nur mit mir". Es ist mehr als das. 

Mein Leben kann wirklich gut sein. Und ich kann wirklich glücklich und fröhlich sein. Ich kann lachen. Und lieben. Und tanzen. Und singen. Und alles machen, was glückliche Menschen so tun. Ich kann so sein. Und ich kann es wirklich so meinen. Und manchmal kann ich so tun als ob. Es kommt immer darauf an, welches "ich" da ist. 

Da ist das Ich, das ich einst war. Das fröhliche Kind. Ein lustiges Mädchen. Du würdest sie mögen. Sie ist großartig. Sehr gerecht. Eine Tänzerin. Eine Sängerin. Und ich würde sie wirklich gerne behalten. Aber sie ist mehr weg als wirklich da. Ich habe sie irgendwie verloren. Und ich kann nicht einmal sagen, wie das passieren konnte. Ich vermisse sie. Ich versuche, wieder sie zu sein, aber das ist nicht möglich.

Weil da noch so viel mehr Ichs sind, mit denen ich zurechtkommen muss.

Da ist das ich, welches nur leer ist. Du kannst mit ihr sprechen, aber sie wird nicht antworten. Es tut mir Leid. Ich höre vielleicht deine Stimme. Ich sehe dich vielleicht sprechen. Aber in diesem Moment zählt es nicht, es bedeutet mir nichts. Weil keine Gefühle mehr in mir übrig sind. Ich starre an die Wand. Ich bin nicht wirklich da. Ich bin irgendwo, aber nicht hier. Ich vergesse, wie man fühlt. Nur die Leere bleibt übrig. Ich höre auf zu existieren. Und ich möchte dir wirklich sagen wie du mir helfen kannst, da raus zu kommen, aber ich kann es nicht. Weil ich es einfach nicht weiß. 

Die Wütende. Wütend auf alles. Mein Leben. Mich. Meine Zukunft. Meine Vergangenheit. Meine Gegenwart, ja sogar auf dich. Ein Kurzschluss in meinem Kopf. Ich kann nicht mehr richtig denken. Ich kann dir nicht mehr sagen, was richtig und was falsch ist. Ich werde dich vielleicht sogar anschreien. Und es tut mir so Leid. Ich hasse mich selbst deswegen.

Die Depressive. Alles wird dunkel. Leer. Einsam. Traurig. Ich weiß dass du da bist. Für mich da bist. Und ich möchte dir das sagen. Aber in diesem Moment zählt es einfach nicht. Ich bin nicht in der Lage, dir zu sagen, was ich wirklich fühle. Weil ich einfach zu viel fühle. Depressionen sind nicht einfach nur Traurigkeit. Es ist ein Mix aus so vielen verschiedenen Gefühlen, die ich kaum unter Kontrolle bekomme. 

Die Ängstliche. Oh, diese Angst! Irrational? Ja. Vielleicht. Auf jeden Fall. Aber ich kann sie nicht abstellen. Ich sorge mich zu sehr. Ich denke zu viel. Ich fürchte mich zu sehr. Manchmal ist es nur ein Wort. Eine Stimme. Ein Gedanke. Ein Blick. Alles kann die Angst wieder aufkommen lassen. Und ich werde dir sagen, dass ich versage. Dass ich es nicht wert bin. Dass ich dumm bin. Dämlich. Ein Wrack. Ich werde dir sagen, dass du gehen sollst. Zu jemand besserem. Weil ich es nicht wert bin, dass du bleibst. Bitte gehe nicht. Ich brauche dich. 
Vielleicht kann ich dir es nicht sagen, wie sehr ich dich brauche, aber ich brauche dich wirklich. Mehr, als du dir auch nur vorstellen kannst. 

Ich arbeite so hart daran!
Ich lerne zu atmen.
Ich lerne mich zu kontrollieren
Ich lerne nicht zu zerbrechen.
Ich lerne an Lösungen zu denken. Nicht an Probleme.
Ich arbeite daran jeden Tag und jede Nacht.

Und manchmal bin ich richtig gut darin.

Und manchmal nicht.
Manchmal versage ich darin, mich zu kontrollieren. Ich versage darin, zu atmen. Ich zerbreche. Und ich sehe nichts als Probleme. Keine Lösungen in Sicht. Und ich weiß, damit ist schwer umzugehen. Für dich und für mich. Aber ich kann dir nur versichern, ich kämpfe so gut ich kann. 

Ich möchte, dass du weißt, dass psychische Krankheiten keine Schwäche sind. Und es ist keine Entscheidung. Ich möchte nicht so sein. 
Glaubst du wirklich, ich würde diesen Weg zu Leben wählen, wenn ich wirklich eine Wahl hätte?
Ich habe keinen schlechten Tag. Und ich habe keine Phase. Ich bin nicht durchgeknallt. Nicht verrückt. Nicht dumm. Ich bin krank. Und es wird mir nicht helfen, mir zu sagen "Geh raus in die Sonne!", "Hör den Kindern beim Lachen zu" oder "Entscheide einfach, glücklich zu sein", denn das wird die Krankheit nicht zum Verschwinden bringen. Es ist so viel mehr zu tun.

Und ach, Ich weiß wirklich, ich bin kompliziert. Es ist nicht einfach, mit mir zusammen zu sein. Ich weiß das. Aber es wird es immer schlimmer machen, wenn du mir das andauernd sagst. Ich weiß es. Ich arbeite daran. Ich arbeite an mir selbst Tag und Nacht. 

Und es gibt noch etwas, was du wissen musst. Ich bin nicht meine Krankheit. Meine Krankheit definiert mich nicht. Ich bin so viel mehr als meine Depressionen und meine Angststörungen. An den meisten Tagen erkenne ich es selbst nicht, aber ich bin eine Kriegerin. Ein Kämpfer. Ich muss gegen mich selbst kämpfen jeden einzelnen Tag. Und ich habe überlebt. Ich habe Stärke und Courage. Und das ist es, was mich ausmacht. Nicht meine psychische Erkrankung. Da ist so viel mehr. 

Ich weiß, es ist schwierig zu verstehen. Aber glaube mir, es ist viel schwieriger, es zu erklären. 

Um mir zu helfen, musst du einfach da sein. Dich kümmern. Bitte sag mir, dass ich nicht so schrecklich bin, wie ich denke. Nicht so ein Versager, wie ich ich fühle. Wenn ich nicht in der Lage bin, mich zu lieben, musst du mich stattdessen lieben. Dass ich es wert bin. Ich kann dir vielleicht nicht zeigen, wie sehr mir das hilft. Ich kann dir vielleicht nicht zeigen, wie dankbar ich bin. Aber ich bin es. Und das allein wird mir helfen, das durchzustehen. Ich brauche meine Freunde an meiner Seite, um dieses verrückte Ding namens Leben durchzustehen. Und ich bin dankbar für jeden einzelnen von euch. Ich hoffe, ihr wisst das. 

Also, mein lieber zukünftiger Ehemann, ich hoffe, du kannst mich lieben, so wie ich bin. Denn das bin nun einmal ich. Ich kann nicht anders sein. Ich habe mein ganzes Leben lang versucht, eine andere Person zu sein. Habe eine Maske getragen für viele Jahre. Eine Show aufgeführt. Aber das bin einfach nicht ich. 
Ich bin es leid, so zu tun als ob. Ich bin es leid, vorzugeben, eine andere zu sein. Also habe ich entschieden, ich zu sein. Ich bin wie ich bin. Und du musst damit klar kommen. So wie ich mit deinen kleinen Verrücktheiten klarkomme muss.
Denn lass uns ehrlich sein: Wir alle sind ein bisschen verrückt. Wir haben alle unsere Fehler. Oder wie es die Katze in Alice im Wunderland sagt: "Wir sind hier alle verrückt." Ich glaube sie hat recht damit. Wir haben alle unsere Probleme, mit denen wir klarkommen müssen. Unsere Verrücktheit. Also lasst uns damit anfangen, die Verrücktheiten der anderen zu akzeptieren. Lasst uns damit anfangen, psychische Erkrankungen als das anzusehen, was sie sind: Eine Krankheit. Lasst uns das Stigma beenden. Lasst uns einander lieben, so wie wir sind. Lasst uns aufhören, ständig etwas vorzumachen. Lasst uns damit anfangen, echt zu sein. 

In Liebe,
deine zukünftige Ehefrau

*You can find the english version here*

[Something to Think About] An open letter to husbands with wifes who deal with mental illness

Dear Future Husband,

whoever you are, whoever you will be, there are some things you should know about me.

I´m not the person I seem to be on the outside. I have different faces. Different personalities. Different voices. 
There´s not just me. 
I have to deal with so much more than "just me". It´s more than that.

My life can be really good. And I can be really happy. I can laugh. And love. And dance. And sing. And do whatever happy people do in their lives. I can be like that. And I can really mean it like that. Sometimes I can fake it really good. It just depends on which "me" there is. 

There is the me I once was. The happy child. A funny girl. You would love her. She´s great. Very fair. A dancer. A singer. 
And I really would love to keep her. But she´s more gone than really here. I´ve lost her somehow. 
I can´t even tell how it happened. I miss her. And I try to be her again, but that´s not possible. 

Because there are so many more I have to deal with. 

The me who is just empty. You can talk to her and she won´t answer. I´m sorry about that. I maybe hear your voice. I maybe see you talking. But in that moment, it doesn´t mean anything to me. Because there are no feelings left in me. I stare to the wall. I´m not really here. I´m anywhere but here. I forget how to feel anything. Just emptiness is left inside. I stop existing. And I really want to tell you how you could help me to get out of that. But I can´t. Because I simply don´t know how. 

The angry one. Angry about anything. My life. Myself. My future. My past. My present. And even you. There´s a short-circuit in my brain. I can´t think straightly. I can´t tell you anymore what´s wrong and what´s right. I maybe even shout at you and I´m so sorry about that. I hate myself because of that. 

The depressed one. Everything gets dark. Empty. Lonely. Sad. I know you are there. There for me. And I want to tell you that. But in this moment it just doesn´t matter. I´m not able to tell you how I really feel. Because there´s just too much that I feel. Depression is not just sadness. It´s a mix of so different feelings, I can hardly handle them. 

The anxiety. Oh those fears! Irrational? Yes. Maybe. Definitely. But I can´t turn them off. I care too much. I think too much. I fear too much. Sometimes it´s just a word. A voice. A thought. A view. Anything can turn on my fear. And I will tell you that I will fail. That I´m not worth it. That I´m stupid. Dumb. A wreck. I will tell you that you should go. To someone better. Because I´m simply not worth to stay. Please don´t go. I need you. 
Maybe I can´t tell you how much I need you but I definitely do. More than you even can imagine! 

I work on it so hard! 
I learn to breathe.
I learn to control me.
I learn not to break.
I learn to think about solutions. Not problems. 
I work on this every day and every night. 

And sometimes I´m really good at it.

And sometimes I´m not.
Sometimes I fail in controlling me. I fail to breathe. I break down. And I can see nothing but problems. No solutions anywhere. And I know that´s difficult to handle. For you and for me. I know it´s hard. But I just can assert, that I am fighting my hardest.  

I want you to know, that mental illness is not weakness. And it´s not a choice
I don´t want to be like that. 
Do you think I would choose this way to live, if I really had a choice? 
I don´t have a bad day. I don´t have a phase. I´m not mad. Not crazy. Not stupid. I´m ill. And it won´t help me just to "get out in the sun!", "hear some children laughing" or "just go out and be happy!", because that won´t make the illness go away. There´s much more to do. 

And oh, I really know I´m complicated. It´s not easy to be with me. I know that. But it makes it just worse if you tell it to me over and over again. I know it. I work on it. I work on myself day and night. 

And there´s something more you need to know. I am not my illness. It does not define me. I´m so much more than my depression and my anxiety. In most of the times I can´t see it myself, but I am a warrior. A fighter. I have to fight against myself every day. And I survived. I survived myself in a time, I didn´t wanted to live anymore. I am a surviver. I have strenght and courage. And that´s what defines me. Not my mental illness. There is so much more than this. 

I know it´s hard to understand. But it´s even harder to explain it, believe me. 

To help me, you just have to care. Please tell me, that I´m not as terrible as I think I am. Not such a failure as I feel. If I´m not able to love myself - which will be very often - show me, that you instead love me. That I am worth it. I maybe can´t show you how it helps me. I maybe can´t tell you how thankful I am. But I am. And this alone will help me to get through it. I need my friends around me to get through this crazy thing called life. And I´m thankful for everyone of you. I hope you know that. 

So dear future husband, I hope you can love me the way I am. Because this is just the way I am. I can´t be different. I tried to be a different person my whole life. Wore a mask for lot of years. Faked a show. But that´s simply not me. 
I´m tired of faking and masking. I´m tired of being a different person. So I choose to be me. I am what I am. And you have to deal with it like I have to deal with your little craziness. 
Because let´s be honest: We all have our mistakes. We are all a bit crazy. Or to say it in the Chesire Cats words: We are all mad here. I bet she´s right with that. We all have to deal with our problems. Our craziness. So let´s start to accept the craziness and the problems of others. Let´s start to see mental illness as what it is: a illness. Let´s end stimga on it. Let´s love each other the way we are. Let´s stop faking everything. Let´s start to be real. 

In love,
your future wife


*Ihr findet die deutsche Version hier.*

Freitag, 17. Juni 2016

Maybe Life´s not for everyone: Life with Depression and Anxiety // Vielleicht ist das Leben nicht für jeden: Das Leben mit Depressionen und Angststörungen

*Die Deutsche Version findet ihr weiter unten.

Maybe Life´s not for everyone: Life with Depression and Anxiety // Vielleicht ist das Leben nicht für jeden: Das Leben mit Depressionen und Angststörungen


Depression.

It´s not easy to describe this illness. Explain it to people, who never been through this. 
You feel sad. - No, that´s not the point.
You feel down. - This isn´t it either. 

Depressions are complex. They can show in different ways and with every human it´s differently. So how can I explain how I feel when I don´t know it either?
How can I explain my boyfriend how I feel when I don´t find the right words? 

Anxiety.

It´s not easier with that. How can I explain my - totally irrational - fear of some situations or things?

And then you try it. Try to explain it. Saying: ´Hey! That´s me. This is how I´m feeling. Can you understand me now?´

And then?

Oh come on! Don´t make such a fuss!
It isn´t that bad, right?
You´re really too pathetic!
Everyone has a bad day someday!
It´s just a phase...

And then again I fall into this whole of missunderstanding. 
Because no, it´s not just a phase. 
No, it´s not just a bad day. 
It is an illness. 

I´ve been running from doctor to doctor and everyone was telling me different things. One time it was my spine, then my brain, then my whole body or my migraine. 
Every day another diagnosis. Until I broke down in front of my neurologist. Physical and Psychical. I bursted out in tears, although I NEVER cry in front of strangers. If I cry, I cry behind closed doors, so nobody can notice me crying - even not my family. But at this day I weren´t able to be me anymore. I felt so helpless. I had no strength anymore to continue. I felt so small and helpless and tired and empty. And I had so much fear! My doctors asked me some questions and gave me a referral. Diagnosis: Depression and Anxiety. 

My world collapsed. 

Why me? How should I tell someone? How my family and friends would react? My employer? I DON´T WANT THIS!!!

But I took my antidepressants like I was told to. I searched for a therapist. And I thought about myself. Tried to see me out of other eyes. Like I really am. Not the show I showed the world every single day. Not my mask I wear every morning until evening. I mean my real me. And I was shocked for what I saw. 

I was self confident one day. 
Full of hope.
Anticipation.
I was intelligent.
And brave.
I was open to new. 
And looked forward to tomorrow.

But what am I now?

Small.
Empty.
Full of fear.

When I look at myself I don´t see me. I see a whole new person. And I want my old ego back. I want ME back. But I as well now, that this person was always a part of me and always will be. I just never allowed her to take the upper hand. Until I couldn´t stand anymore and this person broke out of me. Took the control. Hided my other personaltiy deep inside. Jailed it. 

And now I have to try every single day to make this person not controlling me. Because I´m so much more than my depression and anxiety! 

And I wished I would had a ´real´ illness. One you don´t have to explain to others. Such a one which is accepted by everyone. 
Because: ´Hey, cheer up! You are not really ill. It won´t kill you!"

But outsiders don´t understand that depressions can kill you as well. It´s an illness you have to fight day by day. You fight against yourself every single day, but sometimes that´s just not enough. Sometimes you aren´t able to fight anyore. You feel so alone. Abandonded by every brave, hope, joy. Everything what´s left is this all encompassing emptiness. And this kills you slowly - and invisible for others - day by day. Maybe life´s not for everyone. 

Mental illnesses are invisible for outsiders. And this is why they get less importance than they need. 

And this is something we need to change. 
Don´t judge someone when you don´t know what he´s facing. What he´s going through. 

Maybe Life´s not for everyone: Life with Depression and Anxiety // Vielleicht ist das Leben nicht für jeden: Das Leben mit Depressionen und Angststörungen

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Maybe Life´s not for everyone: Life with Depression and Anxiety // Vielleicht ist das Leben nicht für jeden: Das Leben mit Depressionen und Angststörungen

Depressionen.

Es ist nicht einfach, diese Krankheit zu beschreiben. Menschen zu erklären, die nie darunter gelitten haben.
Man fühlt sich traurig. - Nein, das ist es nicht.
Man ist deprimiert. - Auch das trifft es nicht.

Depressionen sind vielschichtig. Sie zeigen sich in vielen verschiedenen Weisen und bei jedem Menschen ist die Krankheit anders. Wie also erklärt man jemandem, wie man sich fühlt, wenn man es selbst nicht so genau weiß?
Wie erkläre ich meinem Freund, wie ich mich fühle, wenn ich es selbst kaum in Worte ausdrücken kann?

Angststörungen.

Auch hier ist die Situation nicht viel anders. Wie erkläre ich jemandem, dass ich eine - eigentlich völlig irrationale - Angst vor bestimmten Dingen oder Situationen habe?

Und dann versucht man doch, es zu erklären. Anderen Menschen mitzuteilen: "Hey! Das ist mit mir los. So geht es mir. Vielleicht könnt ihr dann mein Verhalten verstehen!"
Und was kommt dann?

Stell dich nicht so an.
Ist doch alles nicht so schlimm.
Was du wieder hast.
Jeder hat mal einen schlechten Tag!
Ist doch nur ne Phase...
Und wieder falle ich in dieses Loch der Missverstandenen. 
Denn nein, es ist keine Phase. 
Nein, es ist nicht einfach nur ein schlechter Tag. 
Es ist eine Krankheit.

Monatelang bin ich von Arzt zu Arzt gerannt und jeder sagte mir etwas anderes. Mal war es meine Wirbelsäule, dann mein Gehirn, dann mein gesamter Körper oder meine Migräne. Jeden Tag eine andere Diagnose. Bis ich bei einem Arzt zusammengebrochen bin. Physisch und psychisch. Ich bin in Tränen ausgebrochen und das, obwohl ich NIE vor Fremden weine. Wenn ich weine, dann hinter verschlossenen Türen, so dass es niemand - nicht einmal meine Familie - mitbekommt. Aber an jenem Tag konnte ich nicht mehr. Ich fühlte mich so hilflos. Ich hatte keine Kraft mehr, weiterzumachen. Ich fühlte mich so klein und hilflos und müde und leer. Und ich hatte so große Angst. Mein Arzt stellte mir ein paar Fragen und stellte mir dann eine Überweisung aus. Diagnose: Depressionen und Angststörungen.

Für mich brach eine Welt zusammen.

Ausgerechnet ich? Wie soll ich das jemandem sagen? Wie wird meine Familie und meine Freunde reagieren? Mein Arbeitgeber? ICH WILL DAS NICHT!!!!

Und trotzdem nahm ich fleißig die Antidepressiva, die mir verschrieben wurde. Ich machte mich auf die Suche nach einem Psychotherapeuten. Und ich machte mir Gedanken über mich selbst. Versuchte, mich aus den Augen Anderer zu sehen. So wie ich wirklich bin. Nicht die Show, die ich jeden Tag für meine Umwelt ablege. Nicht meine Maske, die ich jeden Morgen aufs Neue aufsetze. Ich meine mein Echtes Ich. Es erschütterte mich, was ich sah.

Ich war einmal selbstbewusst.
Voller Hoffnung.
Vorfreude.
Ich war intelligent.
Und mutig.
Ich war offen für Neues.
Und freute mich auf Morgen.

Doch was bin ich jetzt?

Klein.
Leer.
Voller Angst.

Wenn ich mich ansehe, sehe ich nicht mehr mich. Ich sehe eine völlig andere Person. Und ich will mein altes Ich zurück. Ich will MICH zurück. Doch ich weiß, dass diese Person schon immer ein Teil von mir war und immer sein wird. Ich habe ihr bisher nur nie erlaubt, die Überhand zu nehmen. Bis ich irgendwann nicht mehr konnte und diese Person aus mir herausbrach. Die Kontrolle übernahm. Meine andere Persönlichkeit irgendwo tief in mir drin versteckte. Einsperrte. Ich bin so viel mehr als meine Depressionen und meine Angststörungen!

Und ich wünschte mir eine "echte" Krankheit. Eine, die man anderen nicht erst erklären muss. So eine, die von allen akzeptiert wird. Denn: "Hey, sieh es positiv! Bist ja nicht wirklich krank. Bringt dich ja nicht um!"

Aber Außenstehende verstehen nicht, dass einen auch diese Krankheit umbringen kann. Es ist genauso eine Krankheit, gegen die man Tag für Tag ankämpfen muss. Man kämpft jeden einzelnen Tag gegen sich selbst, aber manchmal ist selbst das nicht genug. Manchmal kann man nicht mehr kämpfen. Man fühlt sich alleine. Verlassen von jeglichem Mut, Hoffnung, Freude. Alles was zurückbleibt, ist diese alles umfassende Leere. Die einen langsam - und unsichtbar für andere - umbringt. Vielleicht ist das Leben nicht für Jeden.

Mentale Krankheiten sind unsichtbar für die Umstehenden. Und deswegen werden ihnen viel weniger Bedeutung eingestanden, wie nötig wäre. 

Und das ist etwas, was wir ändern müssen.
Urteile nicht über jemanden, wenn du nicht weißt, durch was er durch muss. 

Maybe Life´s not for everyone: Life with Depression and Anxiety // Vielleicht ist das Leben nicht für jeden: Das Leben mit Depressionen und Angststörungen